Sommerausflug des Frauenkreises

Z U M   B O R N S T E D T E R   F R I E D H O F 

Während wir im Juli vorigen Jahres des 200. Todestages der Königin Luise auf der Pfaueninsel gedachten, ließen wir uns in diesem Jahr zu Gräbern vorwiegend von Frauen auf dem Bornstedter Friedhof in Potsdam führen, was sich als sinnvolle Fortsetzung erwies. Die Friedhofsführerin, Frau Meyer-Arend, hatte sich sehr gut auf das Thema „Frauengräber“ vorbereitet und zeigte uns in der Kirche unter Hinweis auf eine Gedenktafel das Buch, das Caroline Schulze in feiner Sütterlinschrift über die Geschichte der Gartenbaukunst im Über-
gang von Sello zu Lenné geschrieben hat. Ein so feines, handgeschriebenes Buch hatte sicher keine von uns jemals in Händen gehabt. Weiter ging die Führung über sehr kurzweilige zwei Stunden durch den ehrwürdigen Friedhof. Wir sahen das Grab von Dorothee Rücker (1722), die „nach 14 jährigem vergnügten Ehestande dem Directore der Königl. Gewehr Fabrique...eine Mutter von 5 Kindern geworden.“ Natürlich waren im 18.und 19. Jh.die Frauen, wenn überhaupt erwähnt, Ehefrauen und Mütter. Aber im Laufe des Spaziergangs lernten wir auch Frauen kennen, die eigenständig arbeiteten, z.B. den Weinhandel des Ehemannes weiterführten. Engagement in sozialen Bereichen war es aber hauptsächlich, was Frauen Anerkennung und Einstieg in das Berufsleben brachte. Frau Meyer - Arend zeigte uns die lange Reihe der ersten Schwestern der Frauenhilfe, in deren Tradition schließlich unser Frauenkreis steht. Für mich besonders anrührend waren Text und Emblem des Luisenordens, den Frau Meyer-Arend uns zeigen konnte – war ich doch 1968/69 an der Luisenstiftung in Dahlem Lehrerin.
Ganz erfüllt von dem Gehörten und Gesehenen ließen wir es uns im Krongut gutsein- bei übrigens überraschend schönem Wetter tranken wir auch noch dort Kaffee.
Ursula Hertel


Glaube und Genesung
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